Die Bann- und Backmühle zu Kleinkarlbach

 

Wanderkarte Nr. 5

Der älteste bisher auffindbare Nachweis berichtet 1502 von dem "Beständer" Hans Molter, der an Abgaben 24 Malter Weizen, 2 Pfund Heller und 2 Kapaune an die Herren von Wachenheim zu entrichten hatte. Diese verkauften 1663 ihr Gut mit Mühle an die Grafen von Leiningen-Hardenburg. Graf Johann Philipp zu Leiningen versetzte 1664 verschiedene Liegenschaften, darunter auch die Mühle, gegen einen Vorschuß von 1500 Gulden auf 80 Jahre an Friedrich von Wambold.

Jeder "Seßhafte", der Feld von den Leininger Grafen gepachtet hatte, war bei Strafandrohung gezwungen ("gebannt"), in dieser Mühle mahlen und in der dazugehörigen Backstube das Brot backen zu lassen. Der Bannmüller mußte jede Woche die Dörfer innerhalb der "Bannmeile" abfahren, die Säcke zur Verfügung stellen, das Getreide der Untertanen abholen und später das Mehl wieder überbringen. Hatte der Betreffende die Säcke nicht abholbereit oder sein Korn in einer anderen Mühle mahlen lassen, so mußte er trotzdem dem Müller die Mahlgebühr entrichten. Aus einem Malter Mehl mußten 40 Laib Brot gebacken werden können. Verstieß der Müller gegen dieses Gebot, so konnte sich der Untertan schadlos halten durch Pfändung der Säcke, Pferde, Esel oder sonstigen Besitztümer des Müllers.

Seit der Säkularisierung war der Bann aufgehoben. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel beherbergt die Backmühle heute den Ökonomiebetrieb Spieß.

 

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