Die Felsenmühle zu Neuleiningen-Tal

Wanderkarte Nr. 2

Schon 1490 ist in einem Erbestands-Verleihungsbrief zu lesen, daß Pfalzgraf Philipp der Aufrichtige und Joannes von Dalberg, Bischof zu Worms, dem Hansen von Bergnitz, Zimmermann, und Elßen, dessen Eheweib, gegen jährlich 2 Pfund Heller einen Platz samt dessen Bezirk zur Überbauung erblich verliehen haben. Viele spätere Erbbeständer folgten. Unredliche Machenschaften gab es auch schon damals: So leitete der Obermüller Geißler das Wasser nach eigenem Gebrauch nicht weiter in den Triebwerkskanal zur Felsenmühle, sondern gleich in den Eckbach. Da die Unterlieger wegen des fehlenden Wassers nicht mehr mahlen konnten, mußte die Felsenmühle infolge der Einkommensverluste versteigert werden. Steigerer der Mühle war natürlich Mathias Geißler, der das gleiche Spiel später nocheinmal mit der unterhalb liegenden Walkmühle betrieb. Die Folge waren Auseinandersetzungen und nachfolgende Prozesse nicht nur unter den beiden Müllern, sondern auch zwischen den zwei Herrschaften Hochstift Worms und dem Grafen Leiningen-Hardenburg-Emichsburg. M. Geißler stellte außerdem den ersten Antrag auf Weinausschank in dieser Mühle an den damaligen Lehensherrn, das Hochstift Worms, und erhielt nach Prüfung des Antrages durch das Hochstift und das Amt Neuleinigen am 31. Mai 1749 die Genehmigung.

Am 8. April 1897 wurde vom Gemeinderat Kleinkarlbach die Konzession zum Betrieb einer Gastwirtschaft erteilt. Später erwarb die Steingutfabrik A. G. Jacobi, Adler & Cie. die Mühle zur Glasurherstellung. Die anderen Baulichkeiten sowie die Gastwirtschaft wurden vermietet, u. a. an die Bierbrauerei Gebr. Jost. Nach Liquidation der Firma 1937 ersteigerte der damalige Pächter Seibert das Anwesen. Während des Krieges 1939-1945 wurde der Tanzsaal der Felsenmühle als Kriegsgefangenenlager benutzt. Im Januar 1988 erwarb die Firma LKS das Anwesen, das sich damals in einem desolaten Zustand befand. Es waren viel Fleiß, Ausdauer und Mittel nötig, um im Jahre 1994 eine Weinstube mit Hotel und 1996 das Restaurant "Mühlenstube" eröffnen zu können.

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