Die Rheinmühle zu Großkarlbach

 

Wanderkarte Nr. 17

In einem Weißtum anno 1601 lesen wir: Vor der Pforten liegt eine Mühle, so die Herren- und Bannmühl genannt und hatt die Gemeinde in Erbbestand, und muß dafür jährlich als Mühlpacht zahlen an den Amtmann zu Dirmstein 20 Malter Korn und 2 Mast oder Vauhtsgulden, und an den Pfarrer von Laumersheim 25 Albus Bodenzins für die Nutzung des Wasserfalls. Außerdem muß der Müller jährlich dem Amtmann zu Dirmstein zwei Schweine mästen. Ebenfalls ist urkundlich erwähnt, daß diese Mühle fronfrei ist, muß aber, wenn Kurpfalz es fordert, einen Militärwagen stellen und die Bachufer sauber halten bis zur Lauersbrücke (Gerberbrücke).

Im Juni 1626 wurde zusammen mit 40 Morgen Feld die Bann -und Backmühle wegen Verschuldung des damaligen erblichen Besitzers Hans Michel Christiannus und Frau Catarina geb. Stubenrauch öffentlich auf dem Rathaus versteigert. Die Gemeinde Großkarlbach kaufte sie selbst und mußte dazu bei einem Kölner Kaufmann ein Darlehen aufnehmen.

Im Jahre 1807 wurde in Mainz von der französischen Besatzung am selben Tag wie die obere Schloßmühle die jetzt als unterste Schloßmühle bezeichnete Mühle versteigert nebst Oelmühle, Wohnhaus, Hof, Stallung, 16 Ar, und freien Durchgang durch beide Tore des Schlosses.

Nach Erstellen des Urkatasters 1841 heißt es "zu Dorf in der Kändelgasse die Rheinmühle" Plan-Nr.20, Wohnhaus, Mahlmühle mit 3 Mahl- und 1 Schälgang, Ölmühle mit Brennhaus und Essigsiederei, Stallung, Scheune, Kelter-und Torhaus mit Brunnen.

Der Brunnen mit Garten Plan-Nr. 21 wurde mit Plan-Nr. 20 sowie "zu Dorf die Hauermühle" Plan-Nr.19, laut Kataster Wohnhaus mit Ställchen, im Jahre 1810 von Christian Fitting von seinen Eltern Christian und Louise Fitting geb Schick mit mehreren Gütern geerbt. Nach dem Tod von Christian Fitting im Jahre 1825 erbte seine Ehefrau Maria Philippina geb Saas die beiden Mühlen.

Heute noch in Familienbesitz, ist die Rheinmühle Ort vielfältiger kultureller Veranstaltungen.

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