Die Strohmühle zu Kleinkarlbach

Wanderkarte Nr. 6

Nach den ersten Urkunden des Klosters Höningen, so z.B in einem Schirmbrief des Papstes Inno­zenz II. von 1143 erwähnt, hatte das Augustiner-Chorherrenstift schon damals Besitzungen auch in Carlbach. Im Jahre 1426 schenkte Graf Friedrich VIII. von Leiningen (1397-1437) dem Stift Hönin­gen die Ölmühle in Kleinkarlbach und vermachte ein Jahr später dem Kloster eine Gülte von fünf Pfund Geld auf diese Mühle. Anno 1475 wurde ein neuer Erbestand über die "Oligmühle zu Klein­carlenbach" zwischen Hanss Stoheln und dem Kloster Höningen errichtet. Die Pächter setzten da­gegen als Unterpfand das Versprechen, die Mühle "in Besserung zu erhalten". Ungeklärt ist die Frage, ob dieses Versprechen mit den Kriegsschäden zusammenhängt, als 1460 unser Dorf im pfälzi­schen Krieg durch Friedrich I., genannt der Siegreiche, gegen die Allianz der Leiningen-Hardenbur­ger und Veldenzer, weitgehend zerstört wurde. 1494 rüstete Hanss Honser zu Kleincarlenbach die Ölmühle zu einer Mahlmühle um. Aus der Oligmühle wurde die Strohmühle. 1569 bat der Müller Hansen Kaufmann um die Erlaubnis, seine immer noch im Erbestand des Klosters Höningen befindli­che Mühle weiter umbauen zu dürfen. Der Abt Hinrich und sein Convent gestatteten ihm am 4. Nov. den Umbau in eine Mahlmühle zur Herstellung von Mehl, Gries, gequetschten Haferflocken und zum Schroten von Viehfutter. In den darauffolgenden Jahrhunderten hat die Strohmühle noch viele Päch­ter kommen und gehen sehen. Auch die Herrschaftsverhältnisse änderten sich. So kam nach der Auflösung des Klosters Höningen 1569 im Gefolge der Reformation die Mühle mit ihren dazugehö­rigen Liegenschaften an die Lateinschule Höningen, später Grünstadt. 1883 ging die Mühle durch Gültloskauf zum Preis von 112,25 RM in das Eigentum des Müllers Michael Kolb über. 1949 wur­den die Wasserräder durch Turbinen ersetzt, bis die Mühle nach der fünften Generation der Familie Kolb dem Mühlensterben zum Opfer fiel.

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