Die Walkmühle zu Kleinkarlbach

Wanderkarte Nr. 3

Die Walkmühle, am Eintritt des Eckbaches in die obere Dorfgrenze von Kleinkarlbach gelegen, gibt Zeugnis von dem alten Beruf des Walkmüllers, der wie viele andere Berufe durch die Industrialisie­rung ausstarb. Ihm oblag die Weiterverarbeitung von Wollgeweben zu festen, lodenartigen Wollstof­fen. Nach dem Scheren der Schafe, dem Reinigen, Entfetten, Kämmen und Weben der Wolle kam das lose Gewebe in Holzbottiche, die mit Seifenlauge und feinem mergeligem Ton gefüllt waren. In einem weiteren Arbeitsgang wurde das Wollgewebe mit den wassergetriebenen Holzhämmern ge­walkt und gestoßen, um es zu verfilzen und zu verdichten.

Eine alte Urkunde aus dem Staatsarchiv Speyer von 1452 beschreibt die Errichtung eines neuen Erb­bestandes zwischen dem Grafen Emich VII. und Werner Wäber sowie Kathrin, seiner Hausfrau, und Peter Schmitt mit Elsin, seiner ehelichen Hausfrau. Das Siegel der Urkunde zeigt erstmals das Klein­karlbacher Wappen mit dem Wellenbalken des Eckbaches.

1741 wurde die damals ganz verfallene Walkmühle von Adam Bogen als Getreidemühle aufgebaut. Als unsere Heimat französisch wurde, erwarb W. Kling Wohnhaus, Mahlmühle mit einem Schäl- und zwei Mahlgängen, Mahlstube, Spreukammer, Stallung, Hofraum und Brunnen vor dem Tor.

1875 kaufte F. O. Keppler die Mühle und wandelte sie in eine Farbmühle um, welche den Battenber­ger Ocker weiterverarbeitete, bis die Naturfarben durch Chemiefarben verdrängt wurden. Von da an war die Mühle noch zeitweise landwirtschaftlich genutzt und wechselte wieder den Besitzer. Verschiedene Nebengebäude mußten der Straßenverbreiterung weichen, das Wohnhaus dient heute als Werkswohnung der Firma Spieß.

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